Geschlechtsspezifische Gewalt und fehlende Familienplanung

THE RAIN WORKERS im Südsudan

Im jüngsten Land Afrikas leisten wir gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen sexualpädagogische Aufklärung, um Mädchen und Frauen bei der Verwirklichung reproduktiver Selbstbestimmung zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen Familienplanung, sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR) sowie der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt.

Aktuelle Situation im Südsudan

Der Südsudan liegt in Ostafrika und ist mit rund 644.000 Quadratkilometern und etwa 12,7 Millionen Einwohner*innen das jüngste Land der Welt. Die Unabhängigkeit wurde erst 2011 ausgerufen. Das Land grenzt an den Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik.

Jahrzehntelange Konflikte und tief verankerte soziale Normen führen zu massiver Geschlechterungleichheit: Mädchen und Frauen haben oft nur eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Entscheidungsfreiheit über den eigenen Körper. Schätzungen zufolge hat ein Großteil der Frauen bereits geschlechtsspezifische Gewalt erfahren. Diese reicht von sexueller und physischer Gewalt bis zum Entzug von Bildungs- und Gesundheitschancen. Zugleich nutzt nur ein Bruchteil der Frauen moderne Verhütungsmittel, was auf mangelndes Wissen und fehlendes ausgebildetes Gesundheitspersonal zurückzuführen ist. Die Gesundheitsversorgung im Land ist generell extrem schlecht. Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist stark stigmatisiert.

Unsere Hilfe im Südsudan

Im Auftrag der Caritas haben wir in Yambio RAIN WORKERS ausgebildet. 2025 fanden zwei Trainingsblöcke bei NVSD (New Vision for Sustainable Development), der Partnerorganisation vor Ort, statt: das Beginner Training von 14. bis 19. März und das darauf aufbauende Advanced Training von 28. August bis 3. September. Von 17 Teilnehmer*innen konnten 15 die Ausbildung erfolgreich abschließen und wurden als RAIN WORKERS zertifiziert.

In dem von Flucht, Unsicherheit und Gewalt geprägten Kontext in Yambio erleben vor allem Frauen und Mädchen häufig sexualisierte und häusliche Gewalt. Unsere Trainings setzen genau hier an: Sie vermitteln praxisnahes Wissen zu Körper, Sexualität und Prävention. Ein wichtiger erster Schritt ist dabei das Benennen der Geschlechtsorgane in der lokalen Sprache. RAIN WORKERS erreichen Menschen in Dörfern, Schulen oder Kirchen. Wenn die Sicherheit vor Ort die Aufklärung nicht zulässt, verlagern sie ihre Einheiten auf die lokalen Radiosender. Was zunächst ein großes Tabu war, wurde erfolgreich thematisiert. „Wir haben das geschafft. Wir haben Tabus gebrochen“, resümiert Trainer Gabriel Maina, der die neuen RAIN WORKERS in Yambio begleitet hat.

Die neuen RAIN WORKERS tragen ihr Wissen nun eigenständig in ihre Communities weiter und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur sexualpädagogischen Aufklärung und zur Prävention von sexueller Gewalt.

Unsere Einsatzpartner im Südsudan

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